Radetzky Husarenregiment  Nr. 5

 

Das  Husarenregiment Nr. 5 wurde laut Erlass vom 28. 4. 1798 aus den dritten Divisionen
der Husarenregimenter Kaiser Nr. 1, Erzherzog Joseph Nr. 2, Wurmser Nr. 8 und Erdödy Nr. 9  zu Warasdin in Kroatien formiert.
1860 wurde eine aus der aufzulösenden 4. Division formierte Eskadron an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr.1 abgegeben

Ergänzungsbezirk:

Jahr
Stab
I. Division
II. Division
Ersatzkader
1857-60
Raab
Raab
Raab
1860-67
Oedenburg
Kanizsa
Kanizsa
Pressburg
1903-08
Pozsony
Neusiedl am See
Pozsony
Pozsony
1909-14
Komárom
Györ
Komárom
Komárom

Friedensgarnisonen:
1798-99 Warasdin, 1801-05 Conegliano, 1806 Güns, dann Oedenburg, 1808-09 Esseg, 1810 Warasdin, dann Kanizsa, 1811-13 Esseg, 1814-15 Bologna, 1815 Crema, 1816 Cremona, 1818 Mailand, 1821 Alessandria, dann Pavia, 1822 Vercelli, dann Mailand, 1823 Alessandria, Lodi, 1825 Cremona, dann Mezö-Vásárhely, 1827 Wien, 1828 Nagy-Tapolcsán, 1831 Mailand, 1839-48 Lodi, 1849 Mailand, 1853 Vincenza 1854 Groß-Enzersdorf, 1855 Wels, 1857-59 Saaz, 1859 Saaz, 1864-66 Enns, 1866 Gródek, 1869 Tarnopol, 1871 Wien, 1874 Raab, 1878 Pardubitz, 1884 Güns, 1889 Wien, 1893 Pressburg.

Regimentsinhaber:   

  1798-01 unbesetzt
  1801 Carl Ott Frhr. v. Bártokéz, FML
  1809 Joseph, Gr. Radetzky v. Radetz, FML
  1814 Georg, Prinzregent von England, seit
  1820 Georg IV, König von England
  1830 Joseph, Gr. Radetzky v. Radetz, G.d.C
  1831 Carl Albert, König von Sardinien
  1848-58 Joseph, Gr. Radetzky v. Radetz, FM
  1858-71 Wilhelm Albert, Gr. Montenuovo, FML - G.d.C.

Zweite Inhaber: 

  1814-30 Joseph, Gr. Radetzky v. Radetz, GM, G.d.C
  1831-48 Joseph, Gr. Radetzky v. Radetz, G.d.C. , FM

Regiments Kommandanten:
 

  1798 Anton Frhr. v. Révay, Oberst
  1800 Andreas, Frhr. v. Szörényi, Oberst
  1808 Wilhelm v. Fulda, Oberst
  1809 Ludwig Boros v. Rákos, Oberst
  1812 Anton Gundaker Gr. Starhemberg, Oberst
  1813 Adolph v. Prohaska, Oberst
  1815 Matthias v. Gavenda, Oberst
  1818 Anton Schmid v. Dondorf, Oberst
  1825 Stephan v. Németh, Oberst
  1832 Friedrich, Landgraf Fürstenberg, Oberst
  1838 Johann, Gr. Pálffy ab Erdöd, Oberst
  1845 Lázár v. Mészáros, Oberst
  1845-46 (zweiter Oberst Erzherzog Leopold)
  1848 Alexander Pejacsevich Gr. v. Veröcze, Oberst
  1849 Johann Ritter v. Schantz, Oberst
  1853 Ignaz Tallian de Vizek, Oberst
  1854 Alexander Frh. v. Koller, Oberst
  1859 Moriz Simony de Simonyi et Vársány, Oberstlieutenant-Oberst
  1867 Ladislaus v. Sály, Oberst
  1876 Heinrich Merlot, Oberst
  1879 August Németh, Oberst
  1884 Georg v. Rohonczy, Oberst
  1891 Ludwig Krauchenberg, Oberstlieutenant-Oberst
  1896 Johann Schmidt, Oberst
  1899 Paul Frhr. v. Wernhardt, Oberstleutenant-Oberst
  1903-05 Paul Freih. v. Wernhardt,Oberst
  1906 Anton Markgraf Pallavicini, Oberst
  1907-10 Anton Markgraf Pallavicini, Oberst
  1911 Rudolf Maldaner, Oberstleutnant
  1912 Ludwig Ritt. v. Kirchmayr, Oberstleutnant
  1913 Ludwig Ritt. v. Kirchmayr, Oberstleutnant
  1914 Eduard v. Vetsey Oberstleutnant

Feldzüge:

  1799 Teilnahme an den Kämpfen bei Verona-Pastrengo, Parona, Magnano und an der Belagerung von Pizzighettone, Mailand, Alessandria und Tortona. Einzelnen Divisionen haben am Überfall von Cremona, den Gefechten bei S. Giuliano und der Schlacht bei Novi teilgenommen, wo sich das Reg. besonders auszeichnete. Einzelne Eskadronen nahmen an den Gefechten bei Fressonara, Acqui und Pasturana teil.
  1800

Stand das Reg. an der Riviera di Genova, focht bei Bocchetta, Cremona und mit Auszeichnung bei Marengo und später bei Pozzolo-Valeggio

  1805

Bei Rückzugsgefechten bei Gonars (am Tagliamento) zeichnete sich das Reg. durch Abwehr bedeutend größerer Kräfte aus

  1809

Eine Eskadron unter Major Luszensky bestand glänzend ein Gefecht bei Caporetto, das ganze Reg. bei Sacile (wo es große Verluste erlitt) und in der Schlacht an der Piave. Kleinere Abteilungen in Gefechten bei San Daniele, Tarvis und Raab

  1813

Drei Divisionen in Inner-Österreich fochten bei Weixelburg, St Marein, Groß-Laschitz und Zirknitz, wo dem Feind große Verluste zugefügt wurden. Eine weitere Division zeichnete sich bei Krainburg, Podpetsch-Brücke aus (Gefangennahme der Division Berlotti). Eine weitere Division focht bei Castelnuovo, eine kleine Abteilung nahm an der Vertreibung der Franzosen aus Istrien teil. Nach Vereinigung der Divisionen verfolgten diese den Feind über den Isonzo. Verschiedene Offiziere zeichneten sich bei Boara, Forli und Conea aus.

  1814

Stand das Reg. in Parma und Abteilungen fochten bei Cadeo, Fiorenzuola, Pontremoli, Parma, Reggio und an der Nura. Eine Division bei der Blockade von Venedig, zwei bei Mantua.

  1815 Teile des Reg. nahmen an Gefechten bei Catoliea, Panaro, Rubiera und der Schlacht, von Tolentino teil, wo 6 Züge des Reg. ein ganzes feindliches Regiment vernichteten. Später verlegte das Reg. nach Süd-Frankreich jedoch ohne an Kampfhandlungen beteiligt gewesen zu sein.
  1821

Eine Division machte den Feldzug nach Neapel mit, die restlichen 3 Divisionen waren zur Unterdrückung der Unruhen in Piemont.

  1848 In der Lombardei: Abteilungen nahmen bei Ausbruch der Revolution an Straßenkämpfen in Mailand teil. Später war das Reg. bei Gefechten bei Montanara, Curatone und Goito eingesetzt. Eine Division zeichnete sich bei der Schlacht von Custozza aus. Abteilungen bei Kämpfen bei Vicenza, Valeggio und Le sei Vie
  1849 Eine Division im Streifenkommando bei Borgo San Siro und Vigevano, eine focht bei Gamboló und eine machte die Expedition in die Romagna mit.
  1866 5 Eskadronen in der Nord-Armee nahmen an den Gefechten bei Kratzau, Liebenau, später bei Zdirec, Saaz, Schelletau und Martinkau teil sowie an der Schlacht bei Königgrätz
  1914-1918 Im Ersten Weltkrieg sahen sich die Husaren den unterschiedlichsten Verwendungen ausgesetzt. Sie kämpften zunächst im Regimentsverband kavalleristisch, wurden aber auch auf allen Kriegsschauplätzen infanteristisch verwendet.

Nach der Proklamation Ungarns als eigenständiger Staat im Oktober 1918 wurden die ungarischstämmigen Soldaten von der Interimsregierung aufgerufen, die Kampfhandlungen einzustellen und nach Hause zurückzukehren. In der Regel wurde dieser Aufforderung Folge geleistet. Somit war der Verband seinem bisherigen Oberkommando, dem k.u.k. Kriegsministerium entzogen und konnte von diesem nicht demobilisiert und allenfalls theoretisch aufgelöst werden. Ob, wann und wo eine solche Auflösung stattgefunden hat ist gegenwärtig nicht bekannt.